Seit dem 31. August 2026 können in der Schweiz Werbekampagnen in ChatGPT geschaltet werden. Unternehmen und Werbende können sich per Self-Service-Zugriff im Ads-Manager von OpenAI registrieren und ein Konto anlegen. Anschliessend kann eine erste Kampagne mit ChatGPT‑Ads erstellt werden.
Die ChatGPT Ads ist ein neuer Werbekanal für Digital Marketers und Unternehmen. Damit können Werbeanzeigen direkt im KI-Chatbot ChatGPT geschaltet werden. Das gab es bisher so noch nicht. Häufig werben Unternehmen mit Google Ads, Microsoft Ads oder Meta Ads (Facebook und Instagram). Einige Unternehmen, die auf Video-Inhalte setzen, werben zudem auf TikTok, um neue Zielgruppen zu erreichen. Dabei gelten TikTok‑Ads für einige als eine lukrative Werbemöglichkeit – auch in Bezug auf den Kosten/Nutzen.
Nun stellt sich für Digital Maketers und Unternehmen die Frage, ob es sinnvoll ist, bei ChatGPT zu werben. Denn derzeit gibt es nur wenige Daten und Vergleiche, ob und für wen sich eine Werbekampagne mit ChatGPT‑Ads lohnt.
Übersicht ChatGPT Ads
Was sind ChatGPT Ads überhaupt?
ChatGPT‑Ads sind Werbeanzeigen, welche unterhalb der KI-Antworten dargestellt werden. Sie bestehen aus sechs Elementen, welche die Werbetreibenden individualisieren können. Die ChatGPT‑Ads enthalten den Markennamen, ein Logo, einen Titel, eine Beschreibung, ein quadratisches Bild sowie einen Link zur Landingpage. Zudem enthält die Anzeige einen Hinweis mit der Aufschrift «Anzeige».
Die erstellten Werbeanzeigen werden dann bei Nutzern ausgespielt, welche das kostenlose oder das Go-Abo von ChatGPT haben. Untenstehend ist ein Bild mit zwei Anzeigen. Die erste Anzeige war ein Test, die zweite ist eine laufende Kundenkampagne.
Können Schweizer Unternehmen selbst Kampagnen erstellen?
Ja, seit dem 31. August können sich Unternehmen aus der Schweiz und Europa registrieren und erhalten so einen Self-Service-Zugriff zum Ads Manager. Danach muss ein Konto erstellt und entsprechende Informationen ausgefüllt werden. Bevor geworben werden kann, muss das werbende Unternehmen sich verifizieren sowie eine Kreditkarte hinterlegen.
Warum auf ChatGPT werben?
Seit OpenAI den KI-Chatbot ChatGPT am 30. November 2022 veröffentlicht hat, nutzen Menschen ChatGPT vermehrt als Recherche- und Vergleichstool. Dabei finden sie neue und passende Produkte, Dienstleistungen, Marken und Unternehmen. Das kann dann zu einer Kaufentscheidung oder zumindest einer ernsthaften Evaluation führen.
OpenAI sagt dazu, dass ChatGPT‑Ads eine Möglichkeit bieten, Nutzer während ihrer Erkundungs- und Evaluierungsphase zu erreichen.
- Hier einige Gründe, warum auf ChatGPT geworben werden soll:
- Das Produkt wird häufig verglichen.
- Es ist ein erklärungsbedürftiges Produkt oder eine Dienstleistung.
- Produkte und Dienstleistungen, die ein konkretes Problem lösen.
- Noch vor dem Kaufentscheid präsent zu sein.
- Auf einem Kanal sein, wo die Konkurrenz bisher nicht ist.
- Zusätzliche Sichtbarkeit zur organischen KI-Sichtbarkeit (GEO/AEO).
- Als Ergänzung zu Suchmaschinen- und Social-Media-Werbung.
- Andere Zielgruppen erreichen.
- Testen und Erfahrungen sammeln.
Für wen lohnen sich ChatGPT‑Ads?
Wie bei Suchmaschinenwerbung benötigt es genügend Personen, die nach einem bestimmten Produkt, Dienstleistung, Thema oder Problem recherchieren. Ohne das können die Werbeanzeigen nicht genügend potenziellen Kunden ausgespielt werden.
Für folgende Unternehmen können sich solche Anzeigen lohnen:
- Die Zielgruppe nutzt das kostenlose ChatGPT oder das Go-Abo.
- Es wird oft nach den eigenen Produkten, Dienstleistungen, Themen, verwandten Problemen oder der Marke recherchiert.
- Ein Produktfeed mit klaren Beschreibungen ist vorhanden.
- Es wird häufig verglichen.
- Die anderen Werbekanäle sind ausgereizt.
- Unternehmen mit einem klar und knapp beschreibbaren Leistungsversprechen, sodass es weniger Streuverluste gibt.
- Wenn vergleichbare Daten von anderen Kampagnenkanälen und ein sauberes Tracking vorliegen.
- Marken in der Awareness- oder Consideration-Phase des Kauf-Funnels.
- Unternehmen, welche experimentierfreudig sind.
Willst du eine CahtGPT-Ads-Kampagne starten? Mehr über meine Services und Kampagnen findest du unter Services.
Wer sollte keine Werbekampagne bei ChatGPT schalten?
- Wenn nur wenige mögliche Kunden erreichbar sind.
- B2B-Zielgruppen (wenige Kunden) oder sie haben ein professionelles ChatGPT‑Abo.
- Es gibt kein oder kaum Werbebudget.
- Wenn ein präzises Keyword-Targeting wichtig ist.
- Das Retargeting ist ein wichtiger Bestandteil. Das geht gemäss der Dokumentation von OpenAI aber für die Schweiz und den EWR nicht.
- Das Know-how fehlt, um ein sauberes Tracking aufzusetzen.
- Unternehmen in Branchen mit strengen Werbeauflagen wie im Gesundheitswesen oder Finanzbereich.
Die ersten Kennzahlen einiger ChatGPT-Kampagnen
Derzeit teste ich mit meiner Agentur Atelier GoLive die ersten ChatGPT‑Ads für einige Kunden. Gemäss eigener Beobachtung und anderen Digital Marketer sind die CTR um 1-1.5 % sowie der CPC um CHF 1.20-1.50.-. Das kommt aber ganz stark auf die Branche an sowie darauf, ob die Mitbewerber auch ChatGPT-Ads schalten.
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Die sechs wichtigsten Unterschiede zu Google Ads und Meta Ads
- Kein Keyword-Targeting: Das Sprachmodell von ChatGPT versucht anhand des Kontextes zu erkennen, ob die Anzeige geschaltet wird. Dabei werden das Kontextfeld in den Kampagneneinstellungen, die Landingpage, die Anzeige und der Prompt des Users berücksichtigt. Daher ist eine präzise und unmissverständliche Beschreibung des Angebots relevanter als Keywords.
- Sehr eingeschränkte Anzeigegestaltung: Es kann jeweils nur ein Titel, eine Beschreibung und ein Bild pro Anzeige erstellt werden. Bei Meta Ads und Google Ads können bis zu 15 Titel und 4 bzw. 5 Beschreibungen hinzugefügt werden. Auch können mehr Bilder sowie auch Videos für Anzeigen verwendet werden – nicht aber bei ChatGPT Ads.
- Kaum Zielgruppen-Einstellungen: Es kann nur eingestellt werden, in welchen Ortschaften, Regionen oder Ländern die Kampagne ausgespielt werden soll.
- Keine benutzerdefinierte Zielgruppen und Personalisierungen: Dazu steht im Anzeigenmanager: «Benutzerdefinierte Zielgruppen werden für Kampagnen mit Zielregionen im EWR oder in der Schweiz nicht unterstützt, da dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.» Mehr darüber steht im Artikel von OpenAI über Custom Audiences.
- Kein Retargeting: Dementsprechend gibt es auch noch keine Retargeting-Möglichkeit.
- Keine Kampagnen-Ziele: Es können keine Ziele eingegeben werden, damit die Kampagne entsprechende Einstellungen und Anzeigeformate zur Verfügung stellt. Dafür kann eine Conversion wie Klicks, Kauf, Buchung, Download und einige mehr, hinterlegt werden.
Was wird benötigt, um ChatGPT‑Ads von OpenAI zu schalten?
- Ads-Manager-Konto und Login bei https://ads.openai.com/
- Unternehmensverifizierung über den Identitätsdienstleister «Persona»
- Angabe des rechtlichen Namens des Unternehmens, Adresse, Website-URL sowie UID-Angabe im Format «CHE-123.456.789». Bei der VAT-Angabe, ist die gleiche Nummer, muss zusätzlich «MWST» angefügt werden.
- Das zu Beginn gewählte Land, die Währung sowie Zeitzone kann nachträglich nicht geändert werden.
- Eine funktionierende Kreditkarte
- Rechnungsadresse und Rechnungs-E-Mail
(Abrechnung erfolgt monatlich oder wenn die Zahlungsschwelle erreicht wird.) - Sauberes Conversion-Tracking ist aufgesetzt – mittels OpenAI Pixel und/oder Conversion API.
- Texte, Bilder und eine Landingpage.
- Präzise und konkrete Produktinhalte und Beschreibung auf der Landingpage
- Zugang zur Website von KI-Crawler ermöglichen.
- Genügend Mediabudget für mindestens 2 Wochen (Empfehlung) für erste Resultate. Das Mindestbudget für ChatGPT‑Ads sind CHF 20.– pro Tag.
- Gibt es Probleme und Fehler beim Einrichten, dann kann der folgende Artikel helfen «Fehlerbehebung bei ChatGPT Ads und OpenAI Ads Manager».
Fazit: Die ChatGPT‑Ads sind noch in den Kinderschuhen
ChatGPT‑Ads können seit dem 31. August in der Schweiz und im EWR-Raum geschaltet werden. Ob dieser neue Werbekanal besser ist als andere, muss sich erst noch zeigen. Denn der Ads-Manager von OpenAI, wo die ChatGPT-Ads-Kampagne erstellt werden können, ist noch rudimentär. Einerseits scheint das Aufsetzen einer Kampagne einfach zu sein. Andererseits hat der Ads Manager noch zu wenig Funktionen, um eine Kampagne besser steuern und individualisieren zu können. Auch fehlt die Transparenz, zu welchen Prompts der User und KI-Antworten die Anzeigen erscheinen.
Ich bin davon überzeugt, dass sich der Ads Manager in den nächsten 12 Monaten stark entwickeln wird. Denn auch bei Google, Meta und dazumal Twitter war deren Anzeigen-Manager und die enthaltenen Möglichkeiten überschaubar.
Mehr zu ChatGPT Ads findest du im Hilfeportal von OpneAI.
Interesse bei ChatGPT zu werben?
FAQ
Fragen und Antworten zu ChatGPT Ads
Was kosten ChatGPT Ads?
ChatGPT Ads kosten derzeit zwischen CHF 1-2.- pro Klick (CPC) oder bis zu CHF 20.- pro tausend Ansichten (CPM). Je nach Branche, Qualität der Kampagne und Mitbewerbenden kann das stark abweichen.
Beeinflusst die Werbung in ChatGPT die Antworten?
Die ChatGPT Ads beeinflussen nicht die Antworten im Chat. Dazu schreibt OpenAI am 09.02.2026: «Anzeigen haben keinen Einfluss auf die Antworten, die ChatGPT dir gibt, und wir halten deine Gespräche mit ChatGPT vor Werbetreibenden geheim.» Mehr dazu unter «Testen von Anzeigen in ChatGPT».
Im Artikel «Anzeigen in ChatGPT» schreibt OpenAI zudem, dass die Anzeigen getrennt auf einem anderen System laufen. Werbetreibende haben keine Möglichkeit, die Antworten von ChatGPT zu beeinflussen.
Welches Abrechnungsmodell gibt es?
Für die ChatGPT Ads gibt es zwei Abrechnungsmodelle. Dabei kann zwischen pro Klick (CPC) oder pro tausend Einblendungen (CPM) ausgewählt werden.
Gibt es ein Mindestbudget?
Das Mindestbudget für eine ChatGPT-Kampagne in der Schweiz sind CHF 20.- pro Tag. Im Euro-Raum sind es EUR 15.- pro Tag.
Besteht eine Obergrenze für den CPC?
Bei der Gebotsstrategie kann ein Höchstbetrag pro Klick (CPC) festgelegt werden.
Wie entsteht die Preisbildung?
Wie bei Google und Meta Ads bildet sich der Preis durch ein Auktionsverfahren.
Der genaue Preis bildet sich dynamisch aus dem eingestellten Maximalgebot, der erwarteten Relevanz der Anzeige und dem Wettbewerb.
Wie viele Anzeigenformate gibt es?
Derzeit gibt es ein Anzeigeformat bei ChatGPT Ads. Dieses besteht aus dem Marken-Logo, einem Titel, einer Beschreibung, einem quadratischen Bild und einer URL zur Landingpage.
Wo wird die Werbung im Chat angezeigt?
Die ChatGPT Ads können unterhalb der Antwort von ChatGPT angezeigt werden. Die Anzeigen haben einen Vermerk «gesponsert» und sind visuell von der Antwort getrennt.
Wie lang darf ein Titel und eine Beschreibung sein?
Ein Anzeigentitel darf nicht länger als 50 Zeichen inkl. Leerzeichen sein. OpenAI empfiehlt 16 bis 24 Zeichen zu verwenden.
Die Anzeigentexte (Beschreibung) darf nicht länger als 100 Zeichen inkl. Leerzeichen sein. Hier empfiehlt OpenAI 32 bis 48 Zeichen zu verwenden.
Was ist die Bildgrösse und das Bildformat?
Das Bild für ChatGPT Ads muss im JPG- oder PNG-Format sein. Dabei darf die Auflösung nicht grösser als 1200 x 1200 Pixel sein.
Es wird empfohlen, ein quadratisches Bild hochzuladen. Ansonsten wird es zugeschnitten.
Die Mindestgrösse sollte 256 x 256 Pixel sein. Dies ist keine Vorgabe von OpenAI, sorgt aber für eine ansprechende Qualität.
Wie funktioniert das Targeting?
Die Auslieferung der Anzeige basiert auf dem Kontext des aktuellen Gesprächs im Chat der Zielgruppe.
Daher geht es nicht wie bei Google Ads nach klassischen Keywords. Berücksichtigt werden auch die eingegebenen Informationen im Kontext-Feld der Kampagne sowie der Inhalt der Landingpage.
Welche Gebotsstrategien gibt es?
Es kann für «Ergebnisse maximieren» oder «Maximaler CPC» geboten werden.
Beim Maximieren der Ergebnisse wird versucht, möglichst viele Ergebnisse wie Klicks oder Conversions zu erreichen.
Mit dem maximalen CPC wird ein Höchstbetrag festgelegt, der pro Klick bezahlt werden soll.
Können Kampagnenziele eingestellt werden?
Derzeit können bei ChatGPT Ads drei Kampagnenziele eingestellt werden.
Die Ziele sind Reichweite, Klicks und Conversions.
Für die Conversions muss ein sauberes Tracking eingerichtet werden. So weiss ChatGPT, wann eine Conversion erfolgt ist und kann dafür optimieren.
Sehen User mit einem kostenpflichtigen Abo auch Werbung?
Derzeit sehen nur User Werbung, welche einen kostenlosen Zugang oder das Abo Go nutzen.
User mit einem kostenpflichtigen Abo wie Plus-, Pro-, Business-, Enterprise- und Edu-Konten erhalten keine Werbung.
Aufgrund welcher Kriterien werden die Anzeigen einem User angezeigt?
Die ChatGPT‑Ads werden aufgrund der erwarteten Relevanz und Ergebnisse sowie anhand des Auktionsverfahrens und des Budgets ausgespielt.
Dabei werden der Chatverlauf und die Absicht des Users berücksichtigt.
Relevant sind auch die Angaben und Einstellungen in der Kampagne. Für das Verständnis wird unter anderem das Feld «Kontext» verwendet, welches in der Anzeigengruppe ausgefüllt werden sollte.
Zudem werden der Titel, die Beschreibung und die Landingpage der Anzeige berücksichtigt. Hinzu kommen Einstellungen der Zielgruppe, Gebotsstrategie und weitere Zielgruppensignale und Einstellungen auf Kampagnen- und Anzeigengruppen-Ebene.

